Bidetlity – die portable Intimdusche im Test

 

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Der Lieferumfang der Bidetlity: Karton, Beutel, Flasche, Sprühkopf, Anleitung

Dieser Tage schrieb mich der Hersteller einer portablen Intimdusche an und frug, ob ich nicht mal sein Produkt testen möge. Natürlich möchte ich das! Und zwar nicht nur, weil ich hier als Blogger über Themen der Sanitärversorgung berichte, sondern weil ich in 2017 auch die Crowdfunding-Kampagne eines Mitbewerbers („HappyPo”) unterstützt hatte und sich der fortlaufend aktualisierte Test über diese mobile Dusche als immer noch sehr beliebt erweist. Es sind ja auch sehr sinnvolle Produkte, die ein großes Plus in der Intimhygiene ermöglichen.

BIDETLITY – Sustainable Self-Care

Ein Plus ist auch die gute Verpackung, die sich gegenüber dem Mitbewerber unterscheidet und umweltfreundlicher daherkommt:

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In der Box befinden sich neben der Gebrauchsanleitung und aufgedruckter Informationen ein Beutel aus grobem Leinen, die bewegliche Flasche und ein gebogener Sprühkopf. Oh, das muss ich sogleich ausprobieren!

Gerade im direkten Vergleich beider “Poduschen” kann man nämlich besser erkennen, auf welche Art und Weise beide Duschen punkten können, und das mag auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich sein. Das reicht von der Befüllbarkeit über den Wasserstrahl hin zur Portabilität – aber auch zu externen Kriterien wie der vom Hersteller beworbenen Nachhaltigkeit.

Die Nachhaltigkeit

In den letzten Tests über die HappyPo und den bideo Toilettenpapierhalter mit Befeuchtungsfunktion schrieb ich ja schon, wie hygienischer die feuchte Intimreinigung im Gegensatz zu nur Toilettenpapier ist. Oder würdet Ihr Euch Vogelkot auf dem Arm auch nur abwischen und nicht abwaschen? Eben, und so ist das auch mit den Intimzonen, in denen die Reinigung mit Wasser eigentlich immer zu bevorzugen ist. Natürlich kann auch noch Papier zum “Trocken- und Kontrollwischen” zum Einsatz kommen, weil wohl niemand mit einem feuchten Bobbes in die Unterhose schlüpfen mag. Aber es wird halt viel weniger verbraucht! Und zur Trocknung reichen übrigens auch ein (auswaschbares) Handtuch oder Waschlappen. Ich kann mir da keine nachhaltigere Intimreinigung vorstellen.

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Eine Kurzanleitung ist auch auf der Verpackung abgedruckt.

Als wir in der Corona-Pandemie diese Hamsterkäufe beim Toilettenpapier erlebt hatten, stellte sich die feuchte Reinigung auch als wunderbare Alternative heraus. Ein feuchter Waschlappen oder eben so eine Intimdusche sind die perfekte Alternative oder auch Ergänzung zum Toilettenpapier. Und ich bezeichne sie bewusst als Intimduschen und nicht (nur) als Poduschen, auch wenn diese Bezeichnung für das  Marketing eleganter erscheint.

Auch muss dazu erwähnt werden, dass selbst beim Toilettenpapier noch sehr viel Optimierungsbedarf ist und es nach meinem Kenntnisstand bisher nur ein (1) nach Cradle-to-Cradle zertifiziertes Toilettenpapier gibt, das für mein Verständnis von Nachhaltigkeit die wesentlichen Punkte abdeckt.

Direkt auf der Verpackung der Bidetlity steht der Hinweis, dass pro verkauftem Bidet 5 Bäume gepflanzt werden, dass der Duschkopf aus Bio-Kunststoff (PLA) besteht und dass alle Materialien BPA-frei sind. Das mit den Polymilchsäuren (PLA) ist schon eine sehr feine Sache, da für die Herstellung keine Erdöl-basierten Polymere verwendet werden.

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Im Lieferumfang der Bidetlity befindet sich eine kleine Anleitung.

Auf der Website der Bidetlity wird eine Menge von 15kg Toilettenpapier erwähnt, die in Deutschland pro Kopf und pro Jahr verbraucht werden. Und dass es wohl 93 Rollen entspräche, was ich nachvollziehbar finde. Interessante Zahlen, die mir auch noch nicht so bewusst waren. Es ist schon eine krasse Menge an Müll, die wir durch die Kanalisation jagen. Ich möchte an dieser Stelle auch noch erwähnen, dass eine funktionierende Kanalisation und Abwasserreinigung in der Kläranlage auch keine Selbstverständlichkeiten sind und dass eine feuchte Analreinigung (aber eben nicht feuchte Reinigungstücher!) dabei helfen kann, die Reinigungsleistung auf den nachgeschalteten Anlagen (sofern vorhanden) zu optimieren. Am Ende landet es nämlich alles in der Umwelt, verursacht Wartungskosten und es ist verwunderlich, dass wir uns mit der feuchten Analreinigung hierzulande noch so schwer tun. Alleine finanziell schon lohnt sich die feuchte Reinigung viel mehr für uns alle!

Design

Die Bidetlity Intimdusche ist eine weiche, gummiartige, bauchige Flasche mit Sprühkopf zum Einschrauben. Über den abgeschraubten Sprühkopf lässt sich die Flasche – idealerweise mit lauwarmem – Wasser befüllen und der Sprühkopf kann dann teils eingesteckt und teils festgeschraubt werden. Durch das weiche Material des Behälters kann der Sprühkopf direkt bis Anschlag eingesteckt werden, was bei dem festen Gewinde der HappyPo nicht möglich ist. Der Sprühkopf muss dann aber auf jeden Fall auch noch festgedreht werden, weil sonst Wasser am Gewinde herausspritzt. Auch hat der Behälter eine Schlaufe, die zugleich als Dichtmaterial dient und dranbleiben muss. Diese Schlaufe dient ansonsten einerseits dazu, den Behälter im aufgerollten Zustand transportabel zu machen, andererseits kann man den Behälter so überall aufhängen.

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Die Bidetlity im aufgerollten Zustand. Habe ich nur fürs Foto gemacht, finde ich nicht so praktisch.

Der Boden beider Behälter ist flach, so dass sie befüllt und ungefüllt senkrecht stehen. Die Bidetlity nimmt dabei etwas mehr Raum ein, aber sie hat auch viel mehr Volumen als meine HappyPo (die immerhin schon Version 2.0 ist, also nicht mehr die Version 1.0 aus dem Crowdfunding in 2017). Die HappyPo gäbe es zwar auch in einer größeren XL-Version, ABER!!! die passt bei mir nicht unter den Wasserhahn! In der Toilette gibt es hier nämlich nur ein kleines Waschbecken mit kaltem Wasser und geringem Abstand zwischen Becken und Wasserhahn. Das ist vielleicht auch bei einigen anderen Nutzerinnen der Fall, weswegen die Bidetlity hierbei gegenüber der HappyPo punkten kann.

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Die Bidetlity kann man sich direkt ins Bücherregal stellen!

In Zahlen: Die normale HappyPo bietet Platz für (gemessen) 280ml Wasser, deren XL-Version 480ml und diese Bidetlity gemessen 435ml. Diese 435ml sind für mich die ideale Menge. Aber das ist nicht alles: Der Behälter drückt sich gut, und vielleicht ist er ob seiner Größe nicht für alle Hände geeignet, dafür ist er aber weicher. Gibt es das optimale Design für so einen Behälter? Im Grunde kann das nur ein längerer Gebrauchstest zeigen, also wie sich Gewinde und Benutzbarkeit auf Dauer im Gebrauch verhalten.

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Das Design braucht sich nicht zu verstecken.

Benutzung

Die Einfüllöffnung ist bei beiden Intimduschen ungefähr gleich groß, und diesen Punkt erwähne ich deshalb, weil mir ein Leser seinerzeit zur HappyPo schrieb, dass ihm diese Öffnung zu klein sei und er eigentlich auch ein Sichtfenster für den Füllgrad vermisse. Letzteres vermisse ich eigentlich weniger, aber die sich verjüngende Öffnung befüllt am besten ein dünnerer Wasserstrahl, weil durch einen stärkeren Wasserstrahl sonst nicht genügend Luft aus den Behältern entweichen kann. Wohl dem, der das mit seinem Wasserhahn gut dosieren kann. Ich erwähne das auch deswegen so detailliert, weil unnötiges Gespritze mit Wasser vermieden werden soll und mir einige BenutzerInnen immer wieder berichten, dass sie die feuchte Analreinigung deswegen so abstoßend finden, weil sie “bloß kein Wasser am Hintern” spüren wollen. Da sollte also schon die Befüllung unter dem Wasserhahn gut klappen und das tut sie bei beiden Modellen unterschiedlich gut. Im Handling macht das die Bidetlity bei mir besser, einfach weil sie kürzer ist und besser unter den Wasserhahn passt. Aber das ist eine sehr subjektive, lokale Erfahrung.

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Die Einfüllöffnung ist bei beiden Behältern ungefähr gleich groß.

Und jetzt kommen wir zum wichtigsten Punkt überhaupt: Dem hydraulischen Verhalten der Flüssigkeit im Behälter auf dem Weg zum Sprühkopf. Darin unterscheiden sich beide Poduschen nämlich erheblich, und ich möchte es hier ganz klar festhalten: Aus der Bidetlity kommt ein feiner, fast laminar strömender Strahl, der – zu Testzwecken über der Badewanne gehalten – auch schon im senkrechten Strahl bis an die Decke gehen kann. 50-70cm Sprühhöhe sind da bei mir locker drin. Das ist dann schon gut und aus meiner Sicht auch besser als bei der HappyPo. Wieso? Weil bei der HappyPo das Wasser zwar auch gut rausgeschossen kommt, aber halt wild in viele Richtungen spritzt. Der Strahl ist breiter, deckt mehr Fläche ab, was aber vielleicht gar nicht immer so gewünscht ist. Eignet sich daher eher für kleinere Abstände im Intimbereich. Bei der HappyPo hatte ich das seinerzeit noch nicht kritisch gesehen, aber jetzt im direkten Vergleich der beiden Behälter finde ich das Sprühverhalten der Bidetlity besser, da zielgenauer und für mich damit effektiver und irgendwie auch angenehmer. Eine feiner Strahl wie bei einer Munddusche, aber ohne diesen pulsierenden Druck.

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Das gerade Sprühverhalten der Bidetlity.

Und jetzt noch etwas, das ich bisher nie erwähnt hatte: Von welcher Seite aus reinigt man (m/w/d) sich den Intimbereich? Von vorne? Als Mann muss man dafür den Hodensack anheben, kommt dann aber besser ran. Und wie ist das bei Frauen? Das ist schon eine interessante Fragestellung, denn das Benutzerverhalten hat ja immer einen großen Einfluss auf die Akzeptanz eines Designs, und bei der Bidetlity ist der Sprühkopf im vorderen Bereich um mehr als 90° umgebogen. Hier fände ich es also noch interessant, wenn beide Hersteller unterschiedlich gebogene Sprühköpfe anbieten würden – einfach weil der Winkel vielleicht nicht allen NutzerInnen entgegenkommt. Schlussendlich sind es alles erklärungsbedürftige Produkte, weil das erlernte Verhalten oft nur die Reinigung mit trockenem Toilettenpapier vorsieht und es sicherlich jede Person anders machen wird.

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Das Sprühverhalten der HappyPo mit einem breiteren Strahl, auch bedingt durch größere Löcher. Eignet sich eher für nahe Abstände.

Und sonst so?

Meine 2. HappyPo ist jetzt auch schon 3 Jahre alt und hat eine angegriffene Oberkante am Gehäuserand. Ob das bei der Bidetlity auch so sein wird und ob das flexible Gewinde den Sprühkopf sicher festhalten kann, wird sich wohl eher nach längerem Test richtig zeigen (und hier dann nachgetragen). Für mich sind diese Geräte aber auch Gebrauchsgegenstände, die benutzt werden und dann einfach irgendwann erneuert werden müssen. Fertig. Wenn sie zwei Jahre im täglichen Gebrauch halten und vor allem die Intimhygiene verbessern, sind sie aus meiner Sicht jeden Euro wert und gehören in fast jedes Badezimmer. Die HappyPo wurde übrigens auch schon in der Spülmaschine bei 65°C mitgewaschen.

Die Bidetlity, die mir für diesen Test freundlicherweise von Lucius von Bidetlity zur Verfügung gestellt wurde, werde ich jetzt aber öfter nutzen als die HappyPo. Das Sprühverhalten und das gelungene Design des Sprühkopfes überzeugen mich einfach. Auch den Winkel des Kopfes finde ich gut, wodurch der Kopf im nassen Zustand auch besser demontierbar ist. Er ist einfach griffiger als das runde Flutschding von der HappyPo (die deswegen an der unteren Seite eine Kerbe hat, um griffiger zu sein).

HappyPo und Bidetlity
Zwei Poduschen im direkten Vergleich: Die HappyPo vs. Bidetlity. Deutlich zu erkennen: Die Verfärbungen auf dem Behälter der HappyPo. Hmmm.

Und mir sind hier fast am Ende auch noch zwei Dinge aufgefallen, als ich beide Intimduschen nochmal über dem Waschbecken ausprobiert habe:

1. Ich glaube, dass man die Bidetlity in ihrer Haptik viel eher kleinen Kindern in die Hand drücken kann, die mit dem weichen Material und dem groben Gewinde besser zurechtkommen als mit der HappyPo, die vergleichsweise starr ist. Da kann dann auch mal der Behälter herunterfallen. Einzig die Größe könnte für Kinderhände vielleicht zu groß sein, aber das kann ich leider nur vermuten, nicht beurteilen. Die Bidetlity wirkt auf mich einfacher zu benutzen. Haptik und Design laden zur Benutzung ein.

2. Der Wasserstrahl bei der Bidetlity ist optimal. Wieso? Egal wie sehr die Flasche befüllt ist, egal in welchem Winkel man die Flasche hält, es kommt immer ein gleicher Strahl Wasser raus. DAS!!!!!!!!! macht den großen Unterschied für mich aus und vereinfacht das Handling ungemein.

Nachhaltigkeit, Transportierbarkeit, Größe – das sind alles Dinge, die ich zusätzlich gut finde. Aber richtig wichtig ist mir, dass ich die Flasche gut befüllen kann und dass aus ihr in jedem Winkel ein guter, gleichmäßiger Strahl Wasser kommt. Und das macht die Bidetlity für mich wesentlich besser als die HappyPo.

Beide Intimduschen verfügen übrigens über 9 kleine Löcher am Sprühkopf. Aber mit unterschiedlichen Öffnungen und Öffnungswinkeln, die den Unterschied ausmachen. Ich hätte beim Anblick des Sprühkopfes bei den Produktbildern nicht für möglich gehalten, dass es da in der Praxis so einen Unterschied geben kann. Und daher ist so ein Praxisvergleich gar nicht verkehrt.

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Die praktische Halterung der HappyPo missbraucht für die Bidetlity. Aber so ist die Dusche in Griffweite und hängt hier bequem am Spülkasten, wo das Wasser heruntertropfen kann.

Fazit

Die Bidetlity ist eine gute Intimdusche mit einem konstanten Wasserstrahl, egal wie der Behälter gehalten wird. Sie ist gut befüllbar, transportabel, nachhaltig gestaltet und verpackt und lohnt sich für eine verbesserte Intimhygiene. Ist sie besser als die HappyPo, die einige Euro günstiger ist? Aus meiner Sicht ja, sie ist besser und ich werde sie zukünftig auch eher empfehlen. Mich hat der Wasserstrahl bei der Bidetlity überzeugt, denn das Abflussverhalten ist bei vielen Gegenständen im Sanitärbereich von großer Bedeutung. Wo Flüssigkeiten spritzen, sollen sie möglichst zielgerichtet wirken und geordnet (ab)fließen. So möchte es der Ingenieur und so wünschen es sich sicherlich auch viele NutzerInnen: Die Stoffströme in geordnete Bahnen lenken und möglichst keine Sauerei verursachen. Das geht mit dieser Intimdusche recht gut und so kann ich sie nur jedem/r NutzerIn wärmstens ans Herz legen: Kauft Euch so eine Dusche, ihr werdet es nicht bereuen!

Die Bidetlity findet ihr beim Hersteller ab ca. 26 EUR oder bei Amazon für einen ähnlichen Preis. Sie ist derzeit etwas teurer als die HappyPo, aber aus meiner Sicht ist sie den Aufpreis wert.

Bonus

Stuul Bidelity
“stuul®, Charcoal” Quelle: https://bidetlity.de/products/stuul%C2%AE

Und dann ist mir auf der Website von Bidetlity noch etwas ins Auge gesprungen, das ich auch sehr gerne mal testen würde: Zwei einzelne Toilettenhocker, die so designt sind, dass sie bei Nichtgebrauch zusammengeschoben werden können. Natürlich hatte ich hier auch schon über Toilettenhocker geschrieben und nicht zuletzt seit der Squatty Potty-Kampagne in 2015 (!) mit dem Eiscreme-herausdrückenden Einhorn oder dem viel gefeierten Buch “Darm mit Charme” ist die richtige Sitzhaltung beim Defäkieren viel diskutiert worden. Diese Dinger machen einfach Sinn, sind aber meistens irre sperrig. Meiner stand ein Jahr lang unbeliebt im engen Toilettenraum, seit 2018 eigentlich nur noch im Keller. Und da kann ich mir vorstellen, dass so zwei einzelne, stapelbare Schemel viel praktischer in der Benutzung sind. Gibt es auch in deren Shop!

We put the men in menstruation… (DE)

Frauen, die Männer dafür verantwortlich machen, dass das schöne Thema „Menstruation” nicht den gleichen Stellenwert erreicht hat, wie andere Themen, die viel selbstverständlicher und öffentlicher diskutiert werden.

Menstrual Hygiene Day is celebrated on May 28th around the world.

Das ist es im Grunde, was mich als Mann und Aktivist im Bereich des Menstrual Hygiene Mangements in der Diskussion immer so stört. Dass Frauen gerne über ihre Menstruation und verschiedene Hygieneprodukte reden möchten (oder auch nicht), dann aber Schwierigkeiten damit haben, wenn Männer davon erfahren und/oder sich auch zu dem Thema äußern (auch wenn sie keine Ahnung haben). Oder die Frauen die Männer gar für die Gesamtsituation verantwortlich machen. Oder aber in den sozialen Medien Bilder ihrer Menstruationstassen veröffentlichen (yay!) und dann alle Männer regelmäßig in einen Sack stecken, weil sich ein paar unreife Exemplare meines Geschlechts darüber aufregen. Continue reading “We put the men in menstruation… (DE)”

Washlet-Toiletten Dusch-WCs

Dusch WC aller Anbieter auf der ISH 2016
Dusch WC Kataloge aller Anbieter auf der ISH 2015

Toiletten(sitze) mit eingebauter Dusche zur Analreinigung, sog. Washlet-Toiletten oder auch “Dusch-WC” genannt, sind dank globalisierter Trends in den letzten Jahren in Mode gekommen – und sind hierzulande noch lange nicht so populär, wie sie es eigentlich sein könnten. Im Internet gibt es seit ca. 2016 verstärkt Infos zum Thema Dusch-WC, wobei es in Deutschland mindestens 10 Marken mit einer Vielzahl an eigenen Modellen gibt.

Wie in den englischsprachigen Beiträgen auf diesem Blog bisher erwähnt, sehen wir WASH (WAter, Sanitation, Hygiene)-Ingenieure vor allem die Seite der Verfahrenstechnik, während sich der Nutzer eher für die Schnittstelle interessiert: Für die Toilette mit sauberen Oberflächen im Toilettenraum, die ein Wohlbefinden erzeugen. Schließlich verbringt man einen erheblichen Teil seines Lebens auf dem Toilettensitz, daher ist es verständlich, wenn in diesem Bereich für etwas Luxus gesorgt wird.

Ein wesentlicher Grund für die Reinigung des Hinterns mit Wasser ist die verbesserte Hygiene. Oder würde man sich – statt zu Duschen – den Körper lieber mit Papier abreiben? Wohl kaum. Schon die alten Römer benutzten an Stöcken befestigte Meeresschwämme (tersorium), um sich damit den Hintern abzuwischen. Und wenn der Großteil der Weltbevölkerung die Nassreinigung bevorzugt, kann das System so falsch nicht sein. Nur vielleicht anfangs etwas ungewohnt.

Dusch-WC sind nicht nur ein Trend wie Badezimmerspiegel mit integrierten LEDs, sondern ein ernsthafter Beitrag zur Körperhygiene. Viele auf dem deutschen Markt mittlerweile angebotenen Modelle verfügen über eine Hilfsmittel-Nr und können bei entsprechender Verordnung über die Krankenkasse abgerechnet werden. Grund genug also, sich das Thema etwas genauer anzuschauen. Continue reading “Washlet-Toiletten Dusch-WCs”

Gedanken zum Welttoilettentag 2016

The following blog post is in German only, and covers some thoughts and activities on World Toilet Day 2016.

Wenn man in Deutschland zum Arzt geht, bekommt man oft nur Leiden diagnostiziert, für die es in der Gebührenverordnungen der Ärzte eine Abrechnungstabelle gibt. Ähnlich verhält es sich aus meiner Sicht mit den Toilettensystemen, die zur Auswahl stehen und dann oftmals nur aus Kostengründen zum Einsatz kommen. Aber der Reihe nach:

Der Frankfurter Welttoilettentag 2016

Die Pressekonferenz beim Welttoilettentag 2016 im Zukunftspavillon in Frankfurt am Main
Die Pressekonferenz beim Welttoilettentag 2016 im Zukunftspavillon in Frankfurt am Main

Für den Welttoilettentag 2016 hatte ich mich dieses Mal mit zwei Frankfurter Unternehmern zusammengetan, die mich aufgrund meines Leserbriefes zu den Toiletten in Frankfurt kontaktiert hatten. Wir Drei haben eine Arbeitsgruppe gebildet und möchten uns in Frankfurt für mehr und für bessere öffentliche Toiletten einsetzen, die man gerne benutzt und bei Bedarf auch jederzeit sauber und offen vorfindet. Jetzt in 2016 ist das leider noch nicht der Fall, es gibt einfach zu wenige Toiletten, und die relativ wenigen Toiletten entsprechen auch noch nicht dem Standard, den man sich als Nutzer bei einer öffentlichen Toilette wünscht (siehe: FNP1, FNP2, FR, RTL, Hessenschau). Dazu kommt, dass die Versorgung mit öffentlichen Toiletten für die Städte nach meinem Kenntnisstand keine verpflichtende Maßnahme ist (im Gegensatz zu Toiletten in Arbeitsstätten). Aus Sicht der meisten Städte verursachen öffentliche Toiletten vor allem Kosten und müssen ständig gewartet werden. Und das stimmt leider auch, weil jede Toilette nur so gut ist wie ihre Reinigung und Wartung – ein sich komplett selbst-reinigendes System gibt es bisher noch nicht. Ebenso ist es so, dass es in Frankfurt verwaltungsrechtliche und historische Gründe gibt, wieso die Zuständigkeiten für die Toiletten noch auf verschiedene Ämter verteilt sind. Alles keine leichte Ausgangssituation für den neuen Stadtrat, der hier eine Verbesserung versprochen hat.  Continue reading “Gedanken zum Welttoilettentag 2016”

nowato Toiletten Frankfurt

Die Frankfurter Firma nowato (no water toilets) bietet seit einigen Jahren mobile Kompost- und Trockentoiletten an, die ganz ohne Wasserspülung und Chemie auskommen. Dadurch eignen sie sich auch für die Orte, an denen ein Wasser- und Abwasseranschluss nicht gegeben oder möglich ist.  Das komplette Design des Toilettenhäuschens unterscheidet sich von dem herkömmlicher Event-Toiletten und hinterlässt einen sehr positiven Eindruck. Zeit also, mit den beiden Gründerinnen von nowato ein Gespräch zu führen und das Label in Frankfurt etwas bekannter zu machen:

Severine und Elisabeth Felt von nowato.de
Severine und Elisabeth Felt von nowato.de

Hallo Elisabeth und Severine, wer seid Ihr, wie kamt Ihr seinerzeit auf die Idee mit diesen Toiletten und was war Eure Vorgeschichte?

Meine Schwester Severine und ich wollten uns selbstständig machen und wir suchten nach einer Geschäftsidee, die uns weg von dem PC bringt (wir waren beide vorher in der IT-Branche tätig) und in der wir für uns einen Sinn finden. Und das haben wir bei den Kompost- und Trockentoiletten gefunden. Entdeckt haben wir sie auf Reisen und in Frankreich. Obwohl das Produkt an sich nicht neu ist, kann man noch viel weiterentwickeln, verbessern, optimieren und natürlich bekannt machen. Komposttoiletten überzeugen durch die Einfachheit des Prinzips, den guten Geruch und durch ihr Erscheinungsbild. Unsere Kunden sind völlig begeistert. Und wir freuen uns über die sehr gute Resonanz der Produkte und unserer Dienstleistung.

Nur das mit dem weg vom PC hat nicht ganz geklappt…

Continue reading “nowato Toiletten Frankfurt”